Spiele sind nun schon seit vielen Jahren fester Teil des
Mainstreams. Die Zeit, in der sie anderen Medien wie Büchern, Comics und Filmen untergeordnet waren, ist vorbei.
Tatsächlich ist mittlerweile das exakte Gegenteil der Fall. Die erfolgreichsten Medienprodukte sind heute nicht mehr
Filme, sondern Spiele. 2009 nahm das
Action-Spiel
Call of Duty: Modern Warfare mehr
Geld ein, als es mit
Avatar der erfolgreichste Film aller Zeiten tat. Spätestens zu diesem Zeitpunkt
musste auch den größten Kritikern klar werden, dass
Games im Mainstream angekommen sind.
Das heißt jedoch nicht, dass lediglich Millionenproduktionen wie
Call of Duty erfolgreich sind.
Stattdessen konzentrieren sich einige große Unternehmen mittlerweile mehr und mehr auf die kostengünstige,
schnelle Entwicklung von
kostenlosen Spielen. Viel Mitarbeit an dieser Entwicklung hat
Facebook geleistet.
Jeder kennt Facebook, die meisten sind dort angemeldet. Ist man erst einmal Nutzer in dem sozialen Netzwerk, kann
man sich den Einladungen zu verschiedenen, kostenlosen Spielen im Grunde nicht mehr entziehen. Der Clou dabei:
Gratis Spiele im Genre
Adventure wie
Farmerama sind nur wirklich erfolgreich spielbar, wenn
der Spieler regelmäßig seine Online-Freunde in sogenannte Nachbarschaften einlädt. Je mehr Spieler eine Person
anlockt, desto bessere Boni werden dafür verteilt. Soziale Interaktion ist also nicht nur Teil des Spiels, sondern
wird auch zwingend vorausgesetzt. Wirklich viel Geschicklichkeit oder Hirnschmalz wie in einem
Logik- und Ratespiel oder
einem
Kinder-, Lern-Spiel
braucht es dabei aber nicht.
Natürlich ist das Erfolgsgeheimnis des Entwicklers
Zynga, dessen gesamtes Geschäft auf der
Entwicklung solcher Spiele basiert, damit aber noch nicht völlig entschlüsselt. Einnahmen lassen sich durch viele
Spieler nämlich nicht generieren, solange diese zu keinem Zeitpunkt für die Unterhaltung bezahlen. Nein, ihr Geld
bekommt die Firma durch wenige Spieler, die für bestimmte Vorteile viel Geld bezahlen. Das Finanzierungsmodell
basiert also auf wenigen, besonders erfolgreichen Spielen, die unter mehreren Millionen
Gamern
wenige tausend Spieler haben, die tatsächlich hunderte Euro für In-Game-Gegenstände ausgeben.
Nicht nur solch süße Spielen sind aber kostenlos – auch knallharte Hardcore-Gamer kommen heutzutage etwa mit einem
besonderen Genre auf ihre Kosten: Ein
kostenloser Ego-Shooter kann ohne Probleme Millionen von
Spielern anziehen und so manche Blockbuster-Produktion ihren Rang ablaufen, Spiele wie
Team Fortress 2 und
America's Army beweisen das seit
Jahren.
Seit einigen Jahren schon ist der Profit als Ganzes in der Spieleindustrie jedoch stetig zurückgegangen. Das hat vor
allen Dingen damit zu tun, dass die aktuelle Konsolengeneration seit fast 10 Jahren Bestand hat. Die Technik der
Xbox 360, der
Playstation 3 und vor allen Dingen die
Nintendo Wii
sind seit langer Zeit ausgereizt, technisch gibt es keine Luft mehr nach oben. Da PC-Spiele oft lediglich
Portierungen der entsprechenden Konsolenversionen sind, geht's auf dem PC technisch auch seit Jahren nicht mehr
weiter. Und so tritt Gaming als Ganzes seit Jahren auf der Stelle, lediglich Indie-Games bringen gelegentlich etwas
frischen Wind. Dass der Kundschaft das aber nicht mehr reicht, zeigt sich jedes Quartal wieder in den Absatzzahlen,
die von Jahr zu Jahr weiter fallen.
Bis sich das ändert, sollte es jedoch nicht mehr allzu lange dauern. Auf der
Kickstarter Plattform werden momentan viele
interessante Projekte gefördert. Darunter auch Hardware wie die Ouya-Konsole oder die Virtual Reality-Brille Oculus
Rift. Zudem gilt es bereits als sicher, dass 2013 endlich die nächste Konsolengeneration von Microsoft und Sony
eingeläutet wird.