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Microsofts neue Suchmaschine Bing ist jetzt online

Logo: Microsoft bingZahllose Versuche hat es bereits gegeben, Google Konkurrenz zu machen. Bis dato sind diese alle gescheitert, zehren am Ruhm vergangener Tage oder fristen ein Nischendasein als Suchmaschine für spezielle Zwecke. Microsoft setzt jetzt erneut an und versucht mit der Suchmaschine bing, dem Platzhirschen mit dem großen G auf breiter Ebene Konkurrenz zu machen. Die Suchmaschine war erst im September 2006 von MSN Search in Live Search umbenannt worden. Bing befindet sich jetzt in einer offenen Beta-Phase, das heißt, jeder kann Bing ausprobieren. Das Winload-Blog wagt einen ersten Blick und fragt: Was erwartet den Nutzer?

Optisch ist bing nicht ganz so spartanisch wie Google. Die Suchmaske wird in unserem Test vor einem Panoramabild einer Küstenstadt, offenbar im mediterranen Raum, präsentiert. Es wurden aber auch andere Motive gesichtet.

Screenshot: bing Beta

Was die Suchoptionen angeht, präsentiert sich bing sehr ähnlich wie Google: Die Punkte Web, Bilder, Videos, Shopping, News, Maps und “mehr” sind nur leicht anders angeordnet, ansonsten erwartet den Nutzer ein altbekanntes Suchumfeld

Bing Suchoptionen

Google: Suchoptionen

Verblüffend: In der Phrase “seiten aus Deutschland” ist “seiten” auf bing noch klein geschrieben. Dass einem Milliardenkonzern wie Microsoft ein Rechtschreibfehler auf der Startseite eines ihrer Produkte unterläuft, mag etwas peinlich anmuten – aber auch bei Microsoft sitzen ja nur Menschen. Möglichwerweise gehört die Kleinschreibung sogar zum Konzept. Wenn, dann wird dieses allerdings nicht konsequent durchgehalten.

Bemerkenswert ist, dass mit Ausnahme des farbenfrohen Bilds im Seitenheader die Gestaltung der Suchergebnisse (Farbe, Schriftart, Schriftgröße) das Google-Design so gut wie nicht variiert. Microsoft scheint bei der Gestaltung nach dem Credo “Besser gut kopiert, als schlecht selbst gemacht” vorgegangen zu sein. Den Nutzer erwarten also auch hier keine Überraschungen.

Bild

Was kann die Suche? Eine Testsuche nach “winload” ergab durchgehend zutreffende Suchergebnisse. Diverse Tests der Suchmaschine in verschiedenen zeichnen jedoch ein durchwachsenes Bild: Die Suchergebnisse seien gut, aber nicht so gut wie die von Google. So schreibt Thomas Knüwer vom Blog Indiskretion Ehrensache in seinem auch sonst lesenswerten Resumée:

Bei simplen Begriffen kommen recht ordentliche Ergebnisse heraus. Geht es um aktuelle Zusammenhänge macht Bing allerdings boingboingpuff. Beispiel “zu Guttenberg”: In diesen Tagen sollte der Name des Wirtschaftsministers dann doch bitte auch Nachrichten auswerfen – passiert aber nicht. Noch nicht einmal als “Karl Theodor zu Guttenberg”.

Bing: Verwandte SuchvorgängeAlleinstellungsmerkmale sind leider rar gesät. Zu erwähnen wäre das die Videosuche, welche ein Video bereits in der Miniaturansicht abspielt, wenn der Nutzer mit dem Mauspfeil über das Video fährt. Ob sich diese Funktion halten kann ist jedoch fraglich: Loic Le Meur weist darauf hin, dass auch nicht jugendfreie Videos auf diese Weise abgespielt werden können. Die verwandten Suchanfragen, die bing am linken Rand einer Suchergebnisseite präsentiert sind jedoch praktisch: Auf diese Weise kann der Nutzer bei einem uneindeutigen Suchbegriff seine Suche feiner eingrenzen. Links im Bild zu sehen: Die “Verwandten Suchvorgänge” für den Suchbegriff “MSI”, der sowohl einen Hersteller für PC-Hardware bezeichnet, als auch eine oft verwendete Dateiendung für Installationsdateien unter Windows ist.

Fazit: bing ist 1.) kein sichtbar Fortschritt gegenüber Microsoft Live Search und 2.) ein Google-Klon. Zwar gut gemacht, für einen “Google-Killer” ist das allerdings zu wenig. Hier sollte man eher auf den interessanten Ansatz von Wolfram Alpha hoffen (bis jetzt leider nur auf Englisch), eine Suchmaschine, die Fragen beantwortet, und die Echtzeit-Suchergebnisse von Twitter. Es ist zu erwarten, dass Microsoft bei bing vor allem darauf setzt, dass Benutzer des Internet Explorers die voreingestellte Suchfunktion benutzen. Immerhin: bing funktioniert – und Konkurrenz kann auf einem Markt, der wie kaum ein anderer von einem Anbieter dominiert wird, nicht schlecht sein.



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  • http://www.sparwelt.de Daniel

    Ähhhm, auch schon mal auf US/english gestellt und den SafeSearch-Filter ausgestellt? ;-)

    Liebe Grüße,
    Daniel

  • tomija

    nach eher überflugsartigem kurztest: bing kann ‘ne menge, was man auch sieht, wenn man sich die us – amerikanische version anschaut. ich glaube aber nicht daran, dass das schon reicht, um google zu verdrängen. warum nicht? seth godin beantwortet das:

    “If Microsoft adds a few features and they prove popular, how long precisely will it take Google to mirror or even leapfrog those features?”

    http://sethgodin.typepad.com/seths_blog/2009/05/the-next-google.html

    um die frage von seth zu beantworten: google wird vermutlich bei standardfunktionen wie zum beispiel der videovorschau keine 100 stunden brauchen, um diese ebenfalls – in gleicher oder besserer qualität – anzubieten. dann werden diese funktionen aber auf einem schlag von einer ungleich größeren userschar genutzt.

    fazit: zurück ins denkzimmer, microsoft! ;-)