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http://quake.ingame.de/forum/allgemeines-forum-1/kinoo-to-283127/#post6012657 Kinoo.to – inQuake Forum
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Das Rätsel um kinoo.to
Im Netz kursieren Gerüchte, dass der im Juni geschlossene Dienst kino.to als legaler Dienst(!) kinoo.to wieder auferstehen könnte. Macht man es wirklich wie Napster oder handelt es sich um einen groß angelegten Hoax?
Im Juni sorgte das Ende des illegalen Streaming-Dienstes kino.to für Furore. Europaweit wurden mehr als ein Dutzend Personen verhaftet, auf der Seite selbst prangt seitdem eine Warnung der Kriminalpolizei. Neben lächerlichen Pro-kino.to-Demonstrationen gelang es einer Gruppierung, die sich selbst Anonymous zugehörig fühlt, mit kinox.to eine Alternative aufzubauen, die in Sachen Bedienung und Qualität ein noch größerer Krampf und natürlich ebenso illegal ist.
Nun behauptet ein Anbieter, die Domain kino.to samt Infrastruktur für 1,5 Millionen Euro gekauft zu haben und die Seite schon nächste Woche als legales Angebot wieder auferstehen lassen zu wollen. Da die Geschichte gerade ein wenig herumgeht (zum Beispiel berichtet Nerdcore und beruft sich auf einen längeren Artikel bei torrentfreak), und uns die Ankündigung des Gründers ebenfalls vorliegt, wollen wir uns die Sache doch einmal genauer anschauen.
Um die Seriösität der Nachricht zu verdeutlichen, sollte man vielleicht ganz hinten anfangen. Am Ende der Pressemitteilung heisst es:
Dann tun wir das doch. Im Anhang befanden sich folgende zwei Bilder (klicken zum Vergrößern):
Es handelt sich um den Auszug aus einer Liste von Serien und Filmen und danebenstehend die jeweilige Produktionsfirma. In wiefern das irgendwie irgendetwas legitimieren soll, oder was die Datei überhaupt aussagen soll, bleibt komplett unklar. Spannender wird es schon beim beigelegten “Vertrag”:
Es geht um eine Geschäft über 1,5 Millionen Euro. Festgehalten wird dies in einem Vertrag, der eine Seite lang ist, als Verkäufer ist eine Person angegeben, die in Spanien residiert, und, sollte es sich nicht um eine Fantasiegestalt handeln, beim Vertragsabschluss im Juli schon seit einem Monat überhaupt keine Kontrolle mehr über die Domain hatte. Übergeben wird die “gesamte Infrastruktur” auf einem USB-Stick und 2 CDs. Die Vorstellung macht sich breit, dass sich zwei dubiose Gestalten nachts auf einer Autobahnraststätte eine braune Tüte mit einem USB-Stick (und zwei CDs!) übergeben, während eine weitere Person im Auto checkt, ob die ersten 750.000 Euro bereits überwiesen wurden.
Inbegriffen im Vertrag ist außerdem ein Serverrack (inkl. Gehäuse) in, wo auch sonst, Moskau. Neuer Inhaber der Domain kino.to ist nunmehr ein 25-jähriger, der dafür 1,5 Millionen Euro hingeblättert hat. Glückwunsch.
Da die Frage der Seriösität nun geklärt ist, sollten wir vielleicht den Rest der Email auch durchgehen, es ist einfach zu unterhaltsam. So heisst es unter anderem:
Der Vertrag wurde am 27.07.2011 geschlossen, dennoch befand man sich in den vergangenen 3 Monaten in Verhandlungen. Kinoo.to soll neue Standard-Adresse werden, da Kino.to ein Negativ-Image anhaftet. Weiter:
Die im Impressum genannte Kinoo.to GmbH i. Gr. ist im Handelsregister nicht verzeichnet. Als Adresse wird der Zollhafen 18 in Köln angegeben. Beim Zollhafen handelt es sich um einen sanierten Handelsbezirk, Zollhafen 18 besteht aus dem Kranhaus 1, in dem vornehmlich sehr teure Anwälte und Finanzdienstleister ihren Sitz haben. Eine neue GmbH namens kinoo.to ist in dieser Umgebung schwer vorstellbar.
Die 1,5 Millionen Euro sind also tatsächlich weniger für die Infrastruktur gedacht als vielmehr für den Namen kino.to, dessen Wert vor allem darin besteht, dass “sehr viele Benutzer die Domain “Kino.to” in ihren Lesezeichen haben”. Während man andererseits jedoch die Domain kino.to durch kinoo.to ersetzen möchte, um das Negativimage des Namens lozuswerden.
Selbstverständlich wird an keiner Stelle genannt, um wen es sich bei den Investoren handelt. Und während man natürlich bei seinem Angebot nichts mit Offshore-Gesellschaften zu tun haben möchte, findet das eigentliche Streaming über das alte Verschleierungsmodell verstreuter Uploader statt.
Während es in der Tat eine Revolution wäre, wenn aus dem populärsten illegalen Angebot auf einmal ein legales würde, fragt man sich schon, wo es denn überhaupt einen Hinweis dafür gibt, dass man denn wengistens national irgendwelche Lizenzen besitzt. Es darf angenommen werden, dass wenigstens ein deutscher Rechteinhaber mitgeteilt hätte, dass alle seine Filme und Serien demnächst kostenlos im Internet zu sehen sind, dank eines revolutionären Geschäftsmodelles, welches daraus besteht:
Einhergehend mit:
Das größte Film- und Serienarchiv in ganz Deutschland, dazu noch für den Nutzer kostenlos, da werbefinanziert. Geführt von einem 25-jährigen, der in einem Büro in einer Nobeladresse sitzt. Bezahlt von unbekannten Investoren. Aufbauend auf einer millionenschweren Domain, die man wegen des schlechten Rufs jedoch um einen Buchstaben erweitern möchte. Infrastruktur auf einem USB-Stick (und 2 CDs!), Server in Moskau. Vertraglich festgehalten auf einem Schmierblatt. Und alles legal.
Was kann da schon schiefgehen?