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Zensus 2011: Wer? Wie? Was? Alle Infos und Fragebogen zum Download
Zum Europatag am 9. Mai startet die EU-weite Volkszählung, der Zensus 2011, auch in Deutschland. Wir zeigen im Überblick, was gefragt wird, wer gefragt wird, ob man mitmachen muss und was die Kritiker sagen.
Was ist der Zensus 2011?
Der Zensus 2011 ist eine EU-weite Volkszählung, die alle Mitgliedsstaaten durchführen müssen. In Deutschland startet der Zensus am 9.5. und läuft bis zum 31.7. Der Fragenkatalog ist von der EU beschlossen worden und soll eine Vergleichbarkeit bei den Ländern garantieren.
Wer wird befragt?
Im Gegensatz zur Volkszählung 1987 werden beim Zensus 2011 nicht alle befragt, sondern nur rund ein Drittel der Bevölkerung. Alle Immobilienbesitzer (das sind rund 17,5 Millionen Menschen) in Deutschland erhielten bereits vor ein paar Wochen einen Fragebogen, ab dem 9.5. werden weitere zufällig ermittelte 7,9 Millionen Menschen (10 Prozent der Bevölkerung) befragt. Dabei kommen Tausende Interviewer zum Einsatz, die an der Wohnungstür stehen. Die Interviewer kommen nie unangekündigt, sondern hinterlassen zunächst eine Postkarte mit einem Termin im Briefkasten. Dann werden alle Mitglieder des Haushalts befragt.
Kann man die Befragung umgehen? Muss ich den Interviewer reinlassen?
Als in Deutschland lebender Mensch ist man beim Zensus 2011 auskunftspflichtig. Lediglich die Angabe der Religionszugehörigkeit ist freiwillig. Ansonsten drohen bei Nicht-Teilnahme, falschen Angaben oder verspäteter Abgabe Zwangs- bzw. Bußgelder von 250 bis 5000 Euro. Die Interviewer müssen nicht in die Wohnung gelassen werden, man kann sich auch den Fragebogen geben lassen und zurückschicken (Porto muss allerdings selbst bezahlt werden) oder die Fragen online beantworten. Der Online-Fragebogen findet sich ab dem 10. Mai auf der Homepage des Zensus 2011.
Was wird abgefragt?
Im persönlichen Gespräch werden in den 46 Fragen u.a. Name, Geschlecht, Staatsangehörigkeit, Alter, Familienstand, Bildung und Migrationshintergrund abgeklopft. Die umstrittene Angabe der Religion ist freiwillig. Bei sozialversicherungspflichtig Beschäftigten übermittelt die Arbeitsagentur zusätzlich Arbeitsort, Beruf und Ausbildung. Die Immobilienbesitzer müssen die Zahl der Wohnungen, Baujahr der Immobile sowie Heizungsart angeben. Den Muster-Fragebogen mit dem gesamten Katalog gibt es auch online einzusehen (Link am Ende des Artikels).
Was sind die Argumente der Kritiker?
Kritiker äußern vor allem datenschutzrechtliche Bedenken gegenüber dem Zensus 2011. Das Statistische Bundesamt versicherte zwar, kein Teilnehmer hätte mit Nachteilen zu rechnen, da die Daten nicht bzw. nur anonymisiert an andere Behörden wie Finanzamt, Sozialämter und Sicherheitsbehörden weitergegeben würden. Der Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung zweifelt u.a. eine wirksame Anonymisierung und Datensicherheit an und kritisiert weiterhin, dass der deutsche Bogen mit Fragen nach Migrationshintergrund und Religionszugehörigkeit sogar über den EU-Rahmen hinausginge. Auch der Datenschutzbeauftragte des Bundes, Peter Schaar, bekräftigte seine Kritik am Zensus 2011, da die Spanne bis zur Anonymisierung zu kurz sei und auch sensible Personengruppen befragt würden.
Der offizielle Volkszählungs-Bogen